Der neue Hauptstadtflughafen BER kann möglicherweise erst in mehr als zwei Jahren in Betrieb gehen. Das sei bei weiteren unvorhergesehenen Ereignissen zu befürchten, schrieb Flughafenchef Hartmut Mehrdorn in einem Brief an die brandenburgische Landesregierung. Das Schreiben liegt der Nachrichtenagentur dpa vor.

Mehdorn kündigt in dem Brief zudem an, dass die Sanierung der nördlichen Start- und Landebahn statt in diesem Juli erst im März 2015 beginnen werde. Die Nordbahn übernimmt der BER vom Flughafen Schönefeld, sie muss aber saniert werden. Mehdorn will das machen, bevor der neue Hauptstadtflughafen öffnet. Während die Nordbahn instandgesetzt wird, sollen Flugzeuge, die in Schönefeld starten oder landen, die neue Südbahn nutzen. Dort haben 4.000 Haushalte noch keinen ausreichenden Schallschutz.

Die gemeinsame Luftfahrtbehörde von Berlin und Brandenburg fordert, dass die Anwohner sechs Monate Zeit haben, Schallschutzfenster einbauen zu lassen, wenn der Flughafen eine Kostenübernahme bewilligt hat. Diese Vorgabe sei mit dem bisher geplanten Beginn der Nordbahn-Sanierung nicht vereinbar, schreibt Mehdorn in dem Brief.

In der vergangenen Woche hatte Mehdorn seine Pläne für einen Testbetrieb in einem Seitenflügel des Flughafens gestoppt. Von Juli an sollte der Probebetrieb mit bis zu sechs Flügen der Gesellschaft Germania am Nordpier starten. In einem Brief an die Mitarbeiter schrieb Mehdorn, er finde für das Vorhaben "nicht genügend Unterstützung".

Daraufhin hatte das Bundesverkehrsministerium von Mehdorn verlangt, bis zur Aufsichtsratssitzung im April ein Konzept vorzulegen, das verbindliche Aussagen zu weiteren Schritten und den Kosten enthalte.