China plant den mit 123 Kilometern längsten Unterwassertunnel der Welt durch den Golf von Bohai. Er soll die auf dem Landweg etwa 1.400 Kilometer voneinander entfernten Hafenstädte Dalian und Yantai im Nordosten des Landes verbinden und könnte bis 2026 fertiggestellt sein, berichtete die Zeitung China Daily. Ein Entwurf für den Tunnelbau soll schon im April dem Staatsrat vorgelegt werden. 

Der Tunnel wäre mehr als doppelt so lang wie die bisherigen Rekordhalter – der Eurotunnel zwischen England und Frankreich mit einer Länge von 50 Kilometern sowie der Seikan-Tunnel in Japan mit fast 54 Kilometern Länge.

"Wenn das Projekt genehmigt ist, könnten die Arbeiten schon 2015 oder 2016 beginnen", sagte Wang Mengschu, ein mit dem Tunnelbau befasster Experte der staatlichen Ingenieursakademie. Die Kosten werden auf 220 Milliarden Yuan (rund 26,5 Milliarden Euro) geschätzt. 

Das Projekt ist seit 2009 im Gespräch. Der Tunnel mit einer Bahnlinie würde der Zeitung zufolge die Reisezeit zwischen Dalian in der Provinz Liaoning und Yantai in der Provinz Shandong auf 40 Minuten verkürzen. Die Fährverbindung dauert derzeit acht Stunden. Der Tunnel würde den wirtschaftlich schlechter entwickelten Nordosten besser an die reiche Ostküste Chinas anbinden.      

Größte Sorge der Planer ist allerdings die Sicherheit. Der Tunnel würde in einem stark erdbebengefährdeten Gebiet gebaut. 1976 war die Stadt Tangshan zwischen den Provinzen Shandong und Liaoning von einem starken Erdbeben zerstört worden. Nach offiziellen Angaben starben damals 242.000 Menschen.