Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Februar überraschend den vierten Monat in Folge verbessert und ist so gut wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 110,6 Punkten im Januar auf nun 111,3 Punkte, teilte das Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter rund 7.000 Managern mit. Ökonomen hatten einen unveränderten Wert erwartet. "Die deutsche Wirtschaft behauptet sich in einer wechselhaften Großwetterlage", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die Aussichten für die kommenden sechs Monate beurteilten die Führungskräfte etwas pessimistischer. Der entsprechende Index fiel um 0,6 auf 108,3 Punkte. Das Barometer für die Einschätzung der aktuellen Lage stieg dagegen um 2,0 auf 114,4 Punkte. 

Währungsturbulenzen in großen Schwellenländern und einige schwächere Konjunkturdaten aus den USA hatten zuvor Zweifel am erwarteten Aufschwung der Weltwirtschaft genährt. Die Bundesregierung sagt der deutschen Wirtschaft 2014 wegen der guten Binnenkonjunktur ein Wachstum von 1,8 Prozent voraus. 2013 waren es lediglich 0,4 Prozent.

Entwicklung in Schwellenländern ein Risiko

Ökonomen sehen die größte Volkswirtschaft Europas im Aufwärtstrend. "Die optimistischen Erwartungen der letzten Monate waren nicht unbegründet", sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle.  

Allerdings warnen Volkswirte angesichts der Risiken für die Weltwirtschaft vor übertriebenem Optimismus. "Die Unternehmen bauen darauf, dass Deutschland in diesem und im kommenden Jahr deutlich kräftiger wächst", sagte der Chefvolkswirt der staatlichen Förderbank KfW, Jörg Zeuner. "Das setzt allerdings voraus, dass die Finanzmarkt-Turbulenzen in den Schwellenländern nicht eskalieren – was im Extremfall die globale Erholung beschädigen könnte und für die deutsche Exportwirtschaft genauso dämpfend wäre wie ein ernsthafter Rückschlag in Europa."