Ob's an den niedrigen Zinsen liegt? Oder daran, dass die jüngere Generation einfach weniger sparsam ist? Fakt ist: Die Sparquote der Deutschen sinkt. Zu Beginn der 1990er Jahre lag sie noch bei rund 13 Prozent, derzeit sind es gerade noch zehn Prozent. Das zeigt unsere Infografik, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat. 

Ursachen dafür kann es viele geben. Es stimmt: Die Deutschen kaufen lieber ein als früher. Die Jüngeren geben ihr Geld eher für Reisen und Technik aus als die ältere Generation, sagen manche Forscher und sprechen von einem Mentalitätswandel. Andere vermuten, die Erklärung habe mit dem stabilen Arbeitsmarkt zu tun. Wer einen sicheren Job habe, gebe einfach mehr aus als jemand mit unsicherer Zukunft. Doch der Arbeitsplatz ist nicht alles, es kommt auch aufs Gehalt an. Geringverdiener können es sich oft schlicht nicht leisten, Geld zurückzulegen. Selbst wenn ihr Gehalt etwas erhöht wird, stecken sie es meist in nötige Anschaffungen. Reiche hingegen können mehr sparen. 

Die Deutschen seien "zutiefst verunsichert, ob sich das Sparen noch lohnt", sagt Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon. Wer Geld anlegen wolle, kaufe derzeit Immobilien, statt sein Vermögen zur Bank zu tragen. Der Lobbyist wirbt für höhere Leitzinsen und warnt: Sinke die Sparquote noch weiter, sei die Altersvorsorge der Deutschen in Gefahr.