Nach Berechnungen der staatlichen Förderbank KfW hat die Bundesregierung trotz Schuldenbremse reichlich Spielraum für öffentliche Investitionen. Der Staat könne innerhalb von fünf Jahren die Ausgaben um 100 Milliarden Euro ausbauen und damit verdoppeln, ohne gegen die Schuldenbremse im Grundgesetz zu verstoßen, zitiert die Berliner Zeitung aus dem KfW-Bericht. Damit könne der Bund die Investitionsschwäche der öffentlichen Haushalte überwinden.

KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner sagte dem Blatt: "Die Haushaltslage erlaubt es, die Investitionsbremse zu lockern und dennoch die deutschen und europäischen Defizitvorgaben einzuhalten." Deutschland brauche mehr Investitionen in die Infrastruktur, in Bildung und Forschung.

Die KfW habe den Spielraum in den Haushalten von Bund, Ländern und Kommunen durch einen Vergleich der Finanzplanung mit den Defizitgrenzen ermittelt. Die Schuldenbremse setzt dem Bund von 2016 an ein Kreditlimit von 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, der europäische Fiskalpakt schreibt eine maximale Neuverschuldung von 0,5 Prozent für den Gesamtstaat vor, zu dem auch die Sozialversicherungen gehören.

Forschungsinstitute und Wirtschaftsverbände kritisierten, dass die Infrastruktur in Deutschland, vor allem Straßen, Brücken und Wasserwege, in einem schlechten Zustand seien und dadurch der Industrie hohe Kosten verursachten. Die große Koalition erwägt zur Finanzierung solcher Bauvorhaben eine Maut auf den Autobahnen einzuführen.