Die Bundesbank überweist Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble für das Jahr 2013 insgesamt 4,6 Milliarden Euro Gewinn. Das ist fast sieben Mal so viel wie im Vorjahr (664 Millionen Euro) und das beste Ergebnis seit dem Jahr 2008 (rund 6,3 Milliarden Euro).

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sagte, der Überschuss sei vor allem deshalb so deutlich gestiegen, weil sich die Euro-Schuldenkrise etwas entspannt habe. Daher habe es keinen Bedarf für weitere Risikovorsorge gegeben.

Eine Auflösung der in den vergangenen Jahren auf 14,4 Milliarden Euro gewachsenen Rückstellungen sei jedoch nicht angebracht, weil angesichts der im vergangenen Jahr gesunkenen Leitzinsen für 2014 ein niedrigeres Ergebnis zu erwarten sei. "Um die Krise und ihre tiefer liegenden strukturellen Ursachen tatsächlich dauerhaft zu überwinden, sind weiterhin erhebliche Anstrengungen und ein langer Atem nötig", sagte Weidmann.

Wichtigste Quelle des Bundesbankgewinns waren die Zinserträge – obwohl die Leitzinsen auf Rekordtief stehen. Allerdings sank der Nettozinsertrag binnen Jahresfrist von 8,3 Milliarden auf 5,6 Milliarden Euro.

Zur Staatsschuldenkrise in der Währungsunion äußerte sich Weidmann verhalten optimistisch: "Die notwendigen Anpassungsprozesse in den von der Krise besonders betroffenen Ländern sind erkennbar vorangekommen, das Vertrauen kehrt allmählich zurück."  

Weidmann: Niedrigzinsen kein Dauerzustand

Weidmann sagte, der Leitzins dürfe nicht auf Dauer auf dem aktuellen Rekordtief von 0,25 Prozent verharren: "Es muss klar sein, dass die Niedrigzinsen kein Dauerzustand sein können. Von Niedrigzinsen gehen auch unerwünscht Risiken und Nebenwirkungen aus." Sie verleiteten Banken und Unternehmen, ihre Bilanzanpassungen zu verzögern und Länder, Reformen und die Sanierung der Staatsfinanzen aufzuschieben. Zudem sei das billige Geld ein Anreiz für riskante Anlagen auf der Suche nach Rendite.

Angesichts der niedrigen Inflation sei die derzeitige Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank jedoch angemessen. Er verstehe aber gut, dass sich Sparer ärgern, wenn ihre Spareinlagen real an Wert verlieren, sagte Weidmann. Allerdings seien Verbraucher nicht nur Sparer. Sie profitierten als Bauherren bei der Kreditaufnahme von niedrigen Zinsen, während Unternehmen Investitionen günstiger finanzieren könnten. Das schaffe Arbeitsplätze. Und der Staat zahle weniger für seine Staatsschulden, was die Steuerzahler entlaste.