Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins für die Euro-Zone auf seinem Rekordtief. Der zentrale Zinssatz für die 18 Staaten der Währungsgemeinschaft bleibe bei der Marke von 0,25 Prozent, teilte die EZB am Donnerstag mit. Im November hatte die EZB den Leitzins im Kampf gegen die Staatsschuldenkrise überraschend stark gesenkt.

Finanzmarktexperten hatten damit gerechnet, dass die Zentralbank den Zins wegen der niedrigen Inflation in der Euro-Zone weiter senkt. Die Inflation hatte im Februar, wie in den beiden Vormonaten, bei 0,8 Prozent gelegen und damit deutlich unterhalb der Zielmarke der EZB von knapp unter zwei Prozent. 

Mit niedrigen Zinsen will die EZB der kriselnden Wirtschaft in der Euro-Zone Schub geben. An dem Zinssatz orientieren sich auch die Zinsen für Kreditnehmer und Sparer. Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank mit Geld versorgen können.

Bis 2016 rechnet die EZB noch mit einer niedrigen Inflation in der Euro-Zone. Ihre Prognose für die durchschnittliche Teuerungsrate in diesem Jahr senkte sie von 1,1 auf 1,0 Prozent. 2015 werden wie bislang 1,3 Prozent erwartet. Erstmals wagte die Notenbank auch einen Ausblick für 2016: Die Inflationsrate soll dann bei 1,5 Prozent liegen. Die Währungsunion stecke in einer "langanhaltenden Phase niedriger Teuerung", sagte EZB-Präsident Mario Draghi.