Vor seinem Urteilsspruch gegen Bayern-Manager Uli Hoeneß hat sich der Vorsitzende Richter Rupert Heindl an den Angeklagten gewendet. Er begründete dabei die Entscheidung des Münchner Landgerichts wie folgt:

"Das bloße Berufen darauf, die Bank habe quasi alles alleine gemacht, nehmen wir Ihnen nicht ab. Sie waren getrieben von der Angst vor Entdeckung. Sie hatten viele Jahre Zeit, Ihre Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Sie haben es nicht getan, sondern, wie Sie selbst eingeräumt haben, auf Zeit gespielt. (...)

Die Dimensionen waren Ihnen bekannt. Die Grundentscheidung haben Sie getroffen. (...) Wir kommen zu dem Ergebnis, dass nur mit den vorgelegten Unterlagen keine wirksame Selbstanzeige hätte erstattet werden können. Es ist keine missglückte Selbstanzeige, sondern eine unzureichende Selbstanzeige. (...)

Dennoch haben wir natürlich ganz erheblich zu Ihren Gunsten das Geständnis gewertet. (...) Es wird manchmal vergessen, dass die Steuerhinterziehung ein Vorsatzdelikt ist. (...) Über Ihre Lebensleistung ist schon so viel gesagt worden – das möchte ich nicht wiederholen."

Auch an die Journalisten wendete sich der Jurist: "So ein Kommentar ist schnell geschrieben", sagt er vor der Urteilsverkündung und macht aus seiner Verärgerung keinen Hehl. Wenn es ein Verfahren mit einem anderen Angeklagten gewesen wäre, wäre "genau dasselbe abgelaufen". Es hätte sich nur kein Pressevertreter dafür interessiert, und das Ganze wäre "ohne einen einzigen Wachtmeister" abgelaufen.