Zehn Jahre nach der EU-Osterweiterung ist die befürchtete Verdrängung deutscher Arbeitnehmer durch billige Arbeitskräfte aus Osteuropa ausgeblieben. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). Es gebe demnach keine Belege dafür, dass infolge der EU-Erweiterung Einheimische zunehmend ihre Arbeitsplätze an Zuwanderer verloren haben. Das IZA ist ein privates, unabhängiges Wirtschaftsforschungsinstitut und wird durch die Stiftung der Deutschen Post gefördert.

"Ursprüngliche Vorbehalte, die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Osteuropäer führe hierzulande zu sozialen Verwerfungen und einem vermeintlichen Tourismus in den Wohlfahrtsstaat", haben sich laut den langjährigen Beobachtungen nicht bestätigt", sagte IZA-Direktor Klaus Zimmermann. Das Lohnniveau in der EU sei zudem nicht gesunken.

Auch seien keine großen Zahlen an Arbeitsplätzen aus Deutschland in die neuen Mitgliedsstaaten verlagert worden. "Wirklich billig sind die Arbeitnehmer in den neuen EU-Staaten bei Reallohnsteigerungen von zehn Prozent inzwischen auch nicht mehr", sagte Zimmermann.

Arbeitsmärkte den neuen EU-Mitglieder besser integrieren

Die EU-Osterweiterung sei ein wirtschaftlicher Erfolg. Sie habe in der gesamten Gemeinschaft für zusätzliche Wachstumsimpulse gesorgt und zu einer deutlichen Wohlstandssteigerung geführt. Die neuen Mitglieder hätten ihre Wirtschaftskraft zudem erheblich steigern können.

Neue Arbeitsmärkte müssten dennoch besser integriert werden, sagte Zimmermann. "Hier liegt deshalb das wichtigste Handlungsfeld für die kommenden Jahre, um die Chancen einer verbesserten Arbeitsteilung im europäischen Binnenmarkt voll auszuschöpfen." So könne Deutschland aufgrund seiner Lage und Wirtschaftskraft überdurchschnittlich von gut ausgebildeten Arbeitskräften aus dem Ausland profitieren.

Im Rahmen der EU-Osterweiterung waren 2004 zehn Staaten der Europäischen Union beigetreten. Dazu gehörten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, die Slowakei, Slowenien, Ungarn, Malta und Zypern.