Die Euro-Krise ist angesichts der Entwicklungen in der Ukraine ein wenig aus den Schlagzeilen verschwunden. Sie ist aber noch längst nicht beendet. Wie schwierig die Haushaltslage in einigen Euro-Staaten immer noch ist, zeigen die jüngsten Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat. Das Haushaltsdefizit lag demnach in Irland 2013 bei 7,2 Prozent, in Spanien bei 7,1 Prozent und in Zypern bei 5,4 Prozent. Trauriges Schlusslicht ist Slowenien mit einem Minus von 14,7 Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Am besten abgeschnitten haben Deutschland und Luxemburg, wie unsere Infografik zeigt, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat. Deutschland hat im vergangenen Jahr praktisch einen ausgeglichenen Haushalt erreicht. Der Gesamtschuldenstand nahm leicht auf 78,4 Prozent ab.

Schwierig bleibt die Lage in Griechenland, auch wenn sich das Land erst  kürzlich an den Kapitalmarkt gewagt hat und auf großes Interesse bei privaten Investoren gestoßen ist. 23,1 Milliarden Euro neue Schulden häufte Athen 2013 an, was 12,7 Prozent der Wirtschaftskraft entspricht. Erstmals seit drei Jahren ist das Defizit damit wieder gestiegen, und zwar deutlich um 3,8 Prozentpunkte. Die Gesamtverschuldung, die auch durch die Notkredite der Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds (IWF) steigt, erreichte 175,1 Prozent – 18,1 Punkte mehr als 2012. 

Die Regierung in Athen geht dennoch davon aus, dass sie im vorigen Jahr einen sogenannten Primärüberschuss von 1,5 Milliarden Euro erzielt hat. Dabei sind Zinszahlungen und andere Sonderkosten nicht mit eingerechnet. Für Griechenland ist ein solcher Überschuss eine wichtige Bedingung, um weitere Finanzhilfen zu erhalten.

Im Durchschnitt haben die Staaten der Währungsunion gegenüber 2012 weniger ausgegeben und mehr eingenommen. Dennoch sind viele Länder immer noch weit von den Vorgaben des Maastricht-Vertrages entfernt. Ihr Defizit abbauen konnten unter anderen die Zyprer, die Portugiesen, die Spanier und die Iren. In Frankreich ging die Neuverschuldung leicht auf 4,3 Prozent der Wirtschaftsleistung zurück. Erlaubt sind drei Prozent, was insgesamt zehn EU-Länder nicht schafften. Einziges Land, das mehr einnahm als ausgab, war im vergangenen Jahr Luxemburg, das bei einem Plus von 0,1 Prozent landete.