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Es ist noch nicht lange her, dass Griechenland und Deutschland in Sachen Arbeitslosigkeit gleichauf lagen. Im Jahr 2008, also zu Beginn der Finanzkrise, lag die Quote in beiden Ländern ähnlich hoch, bei gut sieben Prozent. Danach entwickelten sich beide Staaten zu den Antipoden der Krise: Griechenland stürzte ab, Deutschland wurde dank seiner wirtschaftlichen Stärke zum Zugpferd des Kontinents.

In Griechenland verloren Hunderttausende Menschen ihre Jobs, die Arbeitslosenquote stieg auf weit über zwanzig Prozent; gleichzeitig blieb der deutsche Arbeitsmarkt von der Krise weitgehend verschont – und bekam sogar Auftrieb: 2012 waren nach Angaben von Eurostat, die die Arbeitslosigkeit anders erfasst als die Bundesagentur für Arbeit, nur gut fünf Prozent der Arbeitswilligen ohne Job, zwei Prozent weniger als noch vier Jahre zuvor.

Auch die Aussichten sind positiv. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem soliden Aufschwung", stellte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel vor Ostern bei der Vorlage der Frühjahrsprognose fest. Die Zahl der Erwerbstätigen soll beispielsweise um  240.000 auf den Rekord von 42,1 Millionen zulegen.

Neben Griechenland haben auch andere Südländer mit Massenarbeitslosigkeit zu kämpfen, in Spanien etwa ist jeder zweite Jugendliche arbeitslos. Auch die Quote in der gesamten Bevölkerung hat sich seit 2008 mehr als verdoppelt.

Im Norden, also beispielsweise Skandinavien, ist Arbeitslosigkeit ein weit kleineres Problem. Zwar stieg dort die Zahl der Jobsuchenden während der Krise leicht an – doch noch immer liegen die Länder deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Am norwegischen Arbeitsmarkt ging die Krise praktisch spurlos vorbei – mit etwas über drei Prozent herrscht Vollbeschäftigung. Auch Luxemburg steht stabil da: Zwischen 2008 und 2012 stieg die Quote minimal um 0,2 Prozentpunkte – nachdem sie zwischenzeitlich auch schon geringer war.