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Armut hat nicht nur damit zu tun, seine Rechnungen nicht bezahlen zu können. Auch wer sehr wenig verdient, Miete und  Heizkosten kaum zahlen kann oder mit nur wenigen Berufstätigen zusammenlebt, gilt als arm oder sozial ausgegrenzt.

Von Armut bedroht ist in Deutschland in Anlehnung an die Definition der Europäischen Union, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. Für einen Single sind das inklusive staatlicher Sozialleistungen 980 Euro im Monat und bei Familien mit einem Elternpaar und zwei Kindern 2058 Euro.

Die EU-weit erhobene Armutsquote ist in Deutschland seit 2007 kontinuierlich gestiegen. Zwar haben so viele Menschen wie nie Arbeit, dennoch wächst die Kluft zwischen Arm und Reich. Fast jeder Sechste ist dem Paritätischen Gesamtverband zufolge armutsgefährdet. In der Europäischen Union liegt Deutschland im Mittelfeld. "Am wachsenden Wohlstand haben immer weniger Menschen teil", sagt der Vorsitzende des Wohlfahrtsverbandes, Rolf Rosenbrock. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vom Februar sind die Vermögen in keinem Euro-Land so ungleich verteilt wie in Deutschland.

In vielen süd- und osteuropäischen Ländern hat die Armutsgefährdung dramatische Züge angenommen. In Griechenland gilt etwa jeder Dritte als arm oder sozial ausgegrenzt; in Italien sind es rund 30 Prozent. In Rumänien hat sich die Lage seit 2008 etwas entspannt. Allerdings liegt das Niveau extrem hoch – mehr als 40 Prozent sind hier bedroht.