"Das Vertrauen scheint zurückzukehren. Europas Verbraucher gehen wieder in die Geschäfte und kaufen Sofas oder Stereoanlagen – Anschaffungen, die man sich in Krisenzeiten eher verkneift. Mit der weltweiten Konjunkturerholung wächst auch unter Europas Verbrauchern das Zutrauen in die Wirtschaft – zumindest legt das die "kürzlich veröffentlichte Konsumklimastudie des Marktforschungsinstituts GfK" nahe. Demnach hat sich die Verbraucherstimmung in vielen Ländern deutlich verbessert.

"Das Vertrauen der Verbraucher ist für jede Volkswirtschaft wichtig – nur wer kauft und investiert, stärkt die Unternehmen, die dann Arbeitsplätze schaffen können. Und in diesem Fall scheint sich das Gespür der Menschen mit den jüngsten Konjunkturdaten zu decken. Europas Wirtschaft befreit sich – wenn auch noch in Trippelschritten – aus der Krise. Manche Länder kommen kaum voran, in anderen gibt es aber klare Fortschritte.

"Ein Grund für die positiven Signale: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Ländern Zeit erkauft. Das Versprechen von EZB-Chef Mario Draghi, alles für den Erhalt des Euro zu tun und notfalls unbegrenzt Anleihen zu kaufen, hat die Finanzmärkte beruhigt. Das entlastet die einzelnen Länder, die jetzt wieder leichter Geld am Kapitalmarkt bekommen.

"Die Frage ist nun: Nutzen Rom, Madrid und Athen die geschenkte Zeit, um dringend nötige Reformen umzusetzen? Eine kleine ökonomische Rundreise zeigt: Einige Länder haben – wenig beachtet von der Öffentlichkeit – überraschend viel erreicht. Und die "Europawahl am 25. Mai" ist auch eine Abstimmung über die Frage, ob und wie die Volkswirtschaften Europas weiter reformiert werden sollen.

"In den Grafiken nehmen die bekannten Krisenstaaten wie Griechenland oder Spanien naturgemäß einen breiten Raum ein. Daneben zeigen wir aber auch Daten von Ländern, die wenig im Fokus stehen. Zumindest bei einzelnen wirtschaftlichen Kennziffern haben sich "hidden champions" gebildet – etwa Lettland, dessen Wirtschaft sowohl 2011 und 2012 um je mehr als fünf Prozent wuchs.