Trotz der extrem niedrigen Inflation hält die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins im Euro-Raum den vierten Monat in Folge bei 0,25 Prozent. Das beschloss der EZB-Rat in Frankfurt am Main.

Zwar war die Teuerung in den 18 Euro-Ländern im März auf nur noch 0,5 Prozent gefallen und lag damit deutlich unter dem Ziel der EZB von "knapp unter zwei Prozent". Damit ist die Gefahr, dass die Euro-Zone in eine ruinöse Deflationsspirale fallender Preise und sinkender Nachfrage und Investitionen abgleitet, gestiegen. Für die meisten Experten und wohl auch Notenbanker dürfte jedoch der Tiefpunkt im März erreicht worden sein. Fachleute hatten deshalb bereits damit gerechnet, dass die EZB dem steigenden Druck von Politik und Finanzmärkten wie bereits im März widerstehen und nicht mit neuen Maßnahmen gegensteuern wird.   

Am Mittwoch hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) die EZB zu einer weiteren geldpolitischen Lockerung aufgefordert. IWF-Chefin Christine Lagarde sagte, sie sehe die Gefahr einer "Niedrig-Inflation" vor allem im Euro-Raum. Der IWF argumentiert, dass eine sehr niedrige Inflation es den hoch verschuldeten Ländern der Euro-Zone erschwert, ihre Haushaltsprobleme in den Griff zu bekommen, weil ihre Schulden nicht durch eine höhere Inflationsrate faktisch reduziert werden.