Jeder EU-Bürger hat das Recht auf ein Basis-Girokonto, mit dem Überweisungen, Abhebungen und Online-Banking getätigt werden können. Das Europaparlament hat einer entsprechenden Richtlinie mit großer Mehrheit zugestimmt. Bis zu einer Umsetzung in nationales Recht kann es aber noch dauern: Die Mitgliedsstaaten haben dafür maximal zwei Jahre Zeit.

"Wer kein Konto hat, findet oft keine Wohnung. Wer keine Wohnung hat, bekommt kein Konto", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsausschusses im Europaparlament. Dieser "Teufelskreis" solle nun unterbrochen werden. 

Der Neuregelung zufolge dürfen Banken etwa Studenten, Saisonarbeitern oder freien Dienstleistern nicht länger ein Konto verweigern, nur weil sie aufgrund ihrer Tätigkeit keinen festen Wohnsitz haben.

Die Richtlinie soll es Bankkunden außerdem erleichtern, die Gebühren für Girokonten zu vergleichen und die Bank zu wechseln. Auch der grenzüberschreitende Kontowechsel soll vereinfacht werden.

Derzeit besteht in zwölf der 28 EU-Staaten ein Anspruch auf ein Basiskonto. In Deutschland gibt es nur eine entsprechende Empfehlung im Verhaltenskodex der Banken. Bisher seien aber lediglich in einigen Bundesländern die Sparkassen dieser Empfehlung gefolgt, sagte der Grüne Europaparlamentarier Sven Giegold. Über eine Million Bürger müssten heute in Deutschland ohne Bankkonto auskommen.