Wie sollen sich die Löhne und Gehälter der 2,1 Millionen tarifgebundenen Angestellten von Bund und Kommunen weiterentwickeln? Darüber habe die Gewerkschaft ver.di und der dbb-Beamtenbund mit den öffentlichen Arbeitgebern seit dem 13. März verhandelt. Am heutigen Dienstag fand die dritte Runde statt, in der eine Einigung erzielt wurde. Die konkreten Details wurden noch nicht bekannt. Ver.di und der Beamtenbund fordern für die Beschäftigten ein Gehaltsplus von 100 Euro pro Monat und zusätzlich eine Erhöhung um 3,5 Prozent. Insgesamt bedeutet dies einen Lohnzuwachs von rund sieben Prozent.

Dies ist in Zeiten relativ geringer Preissteigerungen nicht wenig – im März lag die Inflationsrate gegenüber Vorjahr bei gerade einmal einem Prozent. Die Tarife im öffentlichen Dienst stiegen seit den späten neunziger Jahren ohnehin meist stärker als die Preise. Das zeigt die Infografik, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat.

Daraus ergibt sich, dass die Beschäftigten im öffentlichen Dienst in den vergangenen gut 15 Jahren auch real Lohnerhöhungen erhalten haben. Nur zwischen 2004 und 2007 blieben die Löhne im öffentlichen Dienst weitgehend unverändert, während die Preise weiter stiegen. 2008 holten die Tarifpartner dies mit einem kräftigen Lohnschritt nach. Seither liegen die Lohnsteigerungen wieder teils deutlich über der Inflationsrate.