Deutschland hat im vergangenen Jahr seine Steinkohle-Importe deutlich gesteigert. Die eingeführte Menge nahm um 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, wie die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, die das Portal Statista für ZEIT ONLINE grafisch aufbereitet hat.               

Die Gründe für diesen Trend sind simpel. Zum einen war der Winter 2012/2013 extrem lang und kalt, daher gab es einen großen Energiebedarf. Die heimische Förderung geht zudem zurück, weil Deutschland sich bis zum Jahr 2018 von der Steinkohle verabschieden will, da sie international nicht konkurrenzfähig ist.

Der Zuwachs an importierter Steinkohle lässt sich auch mit dem Preisverfall begründen. Im vergangenen Jahr sank der Preis pro Tonne um mehr als ein Fünftel: von 105 Euro auf 82 Euro. Vor allem die USA werfen große Mengen auf den Weltmarkt, da sie ihre Energieversorgung auf heimisches Schiefergas umstellen, das sie per Fracking fördern. Die Preisentwicklung hat zur Folge, dass Deutschland trotz Energiewende auf Kohlekraft setzt und die CO2-Emissionen sogar steigen – weil eben alte, ineffiziente Kohlekraftwerke dank günstiger Brennstoffe weiterhin am Netz bleiben.

Wichtigster Handelspartner ist ausgerechnet Russland. Allein im vergangenen Jahr importierte Deutschland Steinkohle für knapp eine Milliarde Euro aus Russland, erst danach folgen die USA und Kolumbien. Deutschland ist also nicht nur bei Erdgas abhängig von Russland, sondern auch bei festen Brennstoffen.