Wegen seiner Rolle bei der gescheiterten Finanzierung des Freizeitparks am Nürburgring ist der ehemalige Finanzminister von Rheinland-Pfalz, Ingolf Deubel (SPD), zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Das Koblenzer Landgericht sprach den 64-Jährigen wegen Untreue in 14 Fällen schuldig.

Mit dem Urteil blieb das Gericht etwas unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine vierjährige Freiheitsstrafe gefordert hatte. Die Anklage hatte Deubel vorgeworfen, mehrere hunderttausend Euro veruntreut und Steuergeld in Höhe von zwölf Millionen Euro gefährdet zu haben. Deubel hatte die Vorwürfe bestritten, sein Anwalt plädierte auf Freispruch.

Hintergrund ist die gescheiterte Privatfinanzierung der sogenannten Erlebnisregion Nürburgring. Doch das Bauprojekt, in dem die Rennstrecke zu einem Freizeitpark ausgebaut werden sollte, scheiterte: Als sich kein Investor fand, musste das Land die Kosten von 330 Millionen Euro zahlen. Deubel trat deswegen 2009 als Finanzminister zurück. Der insolvente Nürburgring wurde im vergangenen Monat für 77 Millionen Euro an den Autozulieferer Capricorn verkauft.

Deubel wurde auch wegen uneidlicher Falschaussage verurteilt, weil er vor einem Untersuchungsausschuss im Mainzer Landtag die Unwahrheit gesagt haben soll. Der ehemalige Nürburgringchef Walter Kafitz wurde wegen Untreue zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten verurteilt, ein Controller zu einem Jahr und acht Monaten.