Nun aber hat Mehdorn ein Problem: Er kann künftig nicht mehr auf Blockierer im eigenen Unternehmen verweisen, sollte es nicht vorangehen am BER. Er muss selber liefern. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Mehdorn hätte das Projekt vollenden können. Sein Start wurde durchaus wohlwollend begleitet. Doch mit seinen Talenten, Menschen mitzureißen und Politikern ihre Grenzen aufzuzeigen, kam Mehdorn nicht weit. 

Der Grund: Er agiert am BER so beratungsresistent wie noch nie in seiner Karriere. Das ist besonders fatal, weil es am Flughafen in erster Linie kein Führungsproblem, sondern technische Herausforderungen gibt. Und wenn Mehdorn sich doch etwas einflüstern lässt, dann von den falschen Leuten.

Lieber stützt er sich auf das Wissen einer Unternehmensberatung namens Roland Berger als auf das jahrelange Know-how seiner besten Fachkräfte. Zudem entscheidet er gern aus dem Bauch heraus. Das kann er machen, nur wird ihm die Eröffnung vor 2017 so kaum gelingen.

Wie lenkt er davon ab? Ganz einfach: indem er behauptet, die Kosten uferten aus. Natürlich winkt der Aufsichtsrat nicht mal eben eine Ausgabensteigerung von mehr als 20 Prozent in seiner Sitzung durch. Der Finanzausschuss wird sich eingehend damit beschäftigen. Mehdorn kann nun wieder lamentieren, wie zäh die Entscheidungsprozesse laufen, wenn Politiker beteiligt sind. Aber eigentlich wird er ganz froh darüber sein, in einem Staatsunternehmen beschäftigt zu sein. Denn in einem normalen Unternehmen wäre er womöglich längst gefeuert worden.