Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin warnt vor Nachteilen durch die von der Bundesregierung geplante Mietpreisbremse – sowohl für Vermieter als auch für Mieter. Die Mietpreisbremse "behandelt die Symptome, nicht die Krankheit", schreiben die DIW-Ökonomen Konstantin Kholodilin und Dirk Ulbricht in einer Studie.

Wenn der Staat das Signal steigender Mieten durch Regulierung unterdrücke, vergrößere sich die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage – mit der Folge, dass Wohnungen weiterhin fehlen, heißt es in der Studie. Sinnvoller wäre es, durch den Bau von Wohnungen das Angebot zu vergrößern. Dazu müsse der Wohnungsbau billiger werden. 

Die derzeitige Niedrigzinsphase begünstige den Wohnungsbau. Durch eine verstärkte Ausweisung brachliegender innerstädtischer Flächen als Bauland lasse sich das Angebot ausbauen. Der Gesetzgeber könne zur Bedingung machen, dass die Investoren auch preiswerte Wohnungen anbieten.

Darüber hinaus müsse der Wohnungsmarkt transparenter werden, etwa durch lokale Preisstatistiken. Transparenz sei wichtige Voraussetzung, um Fehlentwicklungen möglichst rasch auszugleichen. Neben der Wohnbauförderung schlagen die Fachleute deshalb vor, regelmäßig Analysen der Wohnungsmarktentwicklung zu veröffentlichen, die Preise und Leerstände umfassen und möglichst aktuell sind.

Die Forscher merken an, dass die Mieten in Deutschland unter Berücksichtigung der Inflation in den vergangenen 15 Jahren gebietsweise sogar gesunken seien. Mietsteigerungen seien vor allem ein Problem der Großstädte wie Berlin, Hamburg, München oder in Universitätsstädten. Dort sei der Wohnungsbau stagniert, während durch Zuzug die Bevölkerung wuchs.