Der Konflikt mit der Ukraine könnte die Konjunktur in Russland beeinträchtigen. Derzeit werde das Plus beim Bruttoinlandsprodukt auf 0,5 Prozent geschätzt, sagte Finanzminister Anton Siluanow bei einer Kabinettssitzung laut russischen Nachrichtenagenturen. "Vielleicht wird es um Null herum liegen."

Als einen Grund führte Siluanow die umfassende Kapitalflucht aus dem Land an. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres seien 63 Milliarden Dollar abgezogen worden. "Fortgesetzte Kapitalflucht reduziert die Möglichkeiten für wirtschaftliche Investitionen und birgt Risiken für den Staatshaushalt", sagte der Minister. Die russische Wirtschaft sei in "der schwierigsten Lage seit der Krise 2008".

Vor diesem Hintergrund forderte Siluanow, nicht zu viele Mittel für die angegliederte Krim auszugeben. Die bisherigen Pläne für Investitionen auf der Halbinsel seien erstellt worden, ohne den tatsächlichen Bedarf zu analysieren.

Das russische Wirtschaftswachstum hat sich in den vergangenen Jahren bereits verlangsamt. 2013 legte das BIP um 1,4 Prozent zu – das war der kleinste Wert seit der Rezession von 2008 und 2009.