Der größte russische Gasproduzent Gazprom verlangt für Lieferungen in die Ukraine deutlich mehr Geld. Demnach soll der Preis für 1.000 Kubikmeter Gas im zweiten Quartal 2014 von bislang 268,5 auf 385,5 Dollar angehoben werden. Dies entspricht einer Steigerung von knapp 44 Prozent. Bislang gewährte Rabatte fallen damit weg.

Der Chef des russischen Energieriesen Gazprom, Alexej Miller, begründete die Preissteigerung mit den Schulden der Regierung in Kiew. "Die Ukraine hat Rechnungen in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar noch nicht bezahlt", sagte er. Ein Teil der Schuld aus dem Jahr 2013 sei noch offen.

Mit einem solchen Schritt des russischen Konzerns war bereits seit Längerem gerechnet worden. Mehrfach hatten die Verantwortlichen nach dem Machtwechsel in der Ukraine und dem Sturz des russlandfreundlichen Präsidenten Viktor Janukowitsch angekündigt, die Vergünstigungen zu streichen. Generell steht Russland in dem Ruf, seine Preise für Gaslieferungen auch als politische Druckmittel einzusetzen. So erhalten moskaufreundliche Staaten im postsowjetischen Raum deutlich günstigere Tarife als russlandkritische Abnehmer. 


Neue Pipeline und Kraftwerke für die Krim

Zugleich soll die Energieversorgung der von Russland annektierten Halbinsel Krim stabilisiert werden. Der russische Energieminister Alexander Novak kündigte in der Zeitung Kommersant entsprechende Pläne an. Gebaut werden soll eine Unterwasser-Pipeline und drei Kraftwerke. Die Kosten dafür sollen sich auf mehr als sechs Milliarden Rubel belaufen.


Zuvor hatte der russische Regierungschef Dmitri Medwedew der Bevölkerung der Krim bei einem überraschenden Besuch weiteres Geld aus Moskau in Aussicht. Dabei sagte der Vertraute von Präsident Wladimir Putin der Bevölkerung eine Erhöhung des Solds für Armeeangehörige und der Renten zu. Investoren versprach er zudem Steuererleichterungen und erklärte die Halbinsel in dem Zusammenhang zur Sonderwirtschaftszone.