Mythos 4: Der Euro hat alles teurer gemacht

Es stimmt: Das Leben wird immer teurer seit dem Start des Euro. Vorher war das aber auch schon ähnlich. In den zehn letzten Jahren der D-Mark stiegen die Verbraucherpreise laut dem Statistischen Bundesamt um durchschnittlich 2,2 Prozent. In den ersten zehn Jahren nach der Euro-Bargeldeinführung am 1.1.2002 lag die Teuerung aber nur bei 1,6 Prozent. 2013 waren es 1,5 Prozent.    

Deutlich teurer geworden sind Güter des täglichen Bedarfs, allen voran Strom, Benzin und auch einige Lebensmittel. Mit dem Euro hat das wenig zu tun, sondern viel mehr mit dem jahrelangen Anstieg der Aktienkurse an den internationalen Rohstoffbörsen, mit neuen Abgaben etwa für die Ökostromförderung oder dem Immobilienboom. Im Gegenzug sind gerade Elektronikgeräte wie DVD-Player, Notebooks oder Smartphones günstiger geworden.

Ein Grund dafür ist auch der Euro, der über die Jahre gegenüber dem US-Dollar deutlich aufgewertet und so Importe verbilligt hat. Kostete ein Euro etwa Anfang 2002 nur 0,89 US-Dollar, müssen zurzeit 1,37 Dollar bezahlt werden. Auch gegenüber dem japanischen Yen und dem britischen Pfund ist der Kurs deutlich gestiegen. Die Euro-Stärke wird für manche Mitgliedsländer und Unternehmen gar zum Fluch, weil er ihre Exportgüter im internationalen Wettbewerb verteuert.

FAZIT: Der Euro ist kein Teuro. Und sein Außenwert eher zu stark als zu schwach.