Mythos 5: Die Bürokratie in Brüssel ist teuer und ineffizient

Die EU leistet sich für ihr aktuelles Haushaltsjahr ein Budget von 142,7 Milliarden Euro. Das entspricht knapp der Hälfte des deutschen Bundeshaushalts – oder gut einem Prozent der gemeinsamen Wirtschaftsleistung aller 28 Mitgliedstaaten. Der so genannte mehrjährige Finanzrahmen, der die Gesamtausgaben der EU bis 2020 deckelt, sieht indes eine inflationsbereinigte Kürzung gegenüber der Periode 2007-2013.

Knapp sechs Prozent des Haushalts (8,22 Milliarden Euro) gibt Brüssel allein für die Verwaltung aus. Europa leistet sich insgesamt gut 40.000 Beamte und andere Bedienstete. Zum Vergleich: Die Stadt Hamburg allein hat mehr als 60.000 Beamte, allerdings inklusive Polizisten und Finanzbeamten, die es dieser Form nicht in der EU gibt. Die Brüsseler Bürokraten kassieren oftmals Spitzengehälter; ranghohe Beamte bekommen rund 18.000 Euro Grundgehalt pro Monat. Zusätzlich erhalten sie weitere weitere Privilegien wie 16 Prozent Auslandszuschlag, Einrichtungs- und Wiedereinrichtungsbeihilfen oder kostenlose Eliteschulen für die Kinder. Zudem genießen sie großzügige Freizeitregelungen.

Die Kommission verteidigt derlei Besitzstände gerne mit dem Argument, dies sei bei internationalen Organisationen so üblich. Zudem "verdienen deutsche Beamte und Angestellte der Deutschen Botschaft oder Ländervertretungen in Brüssel vergleichsweise mehr als ihre Kollegen in den EU-Institutionen", schreibt ihre PR-Abteilung. Das allerdings macht die Sache nicht besser.

FAZIT: Das Budget der EU ist bescheiden, verglichen mit dem der Nationalstaaten. Brüssel übernimmt aber auch nicht so viele Aufgaben. EU-Beamten sind in der Regel gut entlohnt – aber wozu brauchen sie so viele zusätzliche Privilegien?