In Deutschland haben 2013 so wenige junge Menschen einen Ausbildung angefangen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ging im Vergleich zum Vorjahr um 23.700 oder 4,3 Prozent auf 525.300 zurück, teilte das Statistische Bundesamt mit. Es war der sechste Rückgang in Folge. Die Zahl sinkt seit 2007 nahezu kontinuierlich. Grund dafür sind den Statistikern zufolge geburtenschwächere Jahrgänge, außerdem entscheiden sich mehr Schulabgänger für ein Studium.  

In Ostdeutschland einschließlich Berlin fiel der Rückgang bei den Neuverträgen mit 6,7 Prozent überdurchschnittlich aus. Im Westen betrug das Minus 3,9 Prozent ab. Im größten Ausbildungsbereich Industrie und Handel, zu dem auch Banken und Versicherungen gehören, wurden 4,7 Prozent weniger Verträge abgeschlossen. Im Handwerk, der Nummer zwei, gab es ein Minus von fünf Prozent.

Die Gesamtzahl der Lehrlinge sank auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung. Ende 2013 machten 1,39 Millionen Jugendliche eine Ausbildung im dualen System. Das waren 2,7 Prozent weniger als 2012. In Westdeutschland fiel das Minus mit 2,0 Prozent vergleichsweise gering aus, im Osten dagegen mit 6,7 Prozent deutlicher.

Wegen des drohenden Fachkräftemangels ruft die Regierung die Arbeitgeber zu größeren Anstrengungen auf. Die Betriebe müssten "angesichts der demografischen Entwicklung ihren Einsatz für Fachkräfte verstärken und auch jungen Menschen eine Chance geben, denen der Einstieg etwas schwerer fällt", hatte Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) kürzlich gesagt.