Der mutmaßliche Anlagebetrüger und Ex-Hedgefonds-Manager Florian Homm ist seinem Anwalt zufolge aus der Untersuchungshaft in Italien entlassen worden. Die Höchstdauer der U-Haft sei abgelaufen, sagte der Anwalt Gabriele Zanobini. "Er wurde gestern entlassen." Die Freilassung des Deutschen sei vom obersten Berufungsgericht des Landes angeordnet worden.

Der Gründer des Fonds Absolute Capital Management Holdings Ltd. mit Sitz auf den Cayman-Inseln soll seine Kunden um rund 200 Millionen Dollar geprellt haben. Diese Anschuldigungen weist er jedoch von sich. Auf Gesuch der US-Justiz war Homm im vergangenen Jahr nach mehr als fünf Jahren Flucht in Italien festgenommen worden und verbrachte danach mehr als zwölf Monate in Untersuchungshaft.

Zwar hatte die Regierung in Rom einer Auslieferungsanfrage der USA bereits zugestimmt, Homms Anwälte erhoben dagegen jedoch vor dem Straßburger Gerichtshof für Menschenrechte Einspruch, da ihm in den USA eine lebenslange Haft hätte drohen können.

Auch die Multiple-Sklerose-Erkrankung Homms wurde bei den Verhandlungen immer wieder zum Thema. Seine ebenfalls schwer kranke Mutter hatte Anfang des Jahres in einem Brief an die italienische Justiz und an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte um Milde für ihren Sohn gebeten. Eine Auslieferung in die USA wäre "sein Todesurteil", schrieb die Mutter, nachdem sie ihren Sohn in der Haftanstalt besucht hatte, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Laut des Berichts ist Homm nach seiner Freilassung unmittelbar nach Deutschland gereist. In der Bundesrepublik dürfte der frühere Börsenspekulant weitgehend sicher sein, da die deutschen Behörden eigene Landsleute selten an andere Staaten ausliefern.

Im Jahr 2004 war der Großneffe des Versandhausgründers Josef Neckermann beim damals finanziell angeschlagenen Fußball-Bundesligisten BVB Borussia Dortmund mit mehr als 25 Prozent als Großaktionär eingestiegen.