Die Arbeitsagenturen beurteilen die Arbeitsmarktlage nicht mehr so positiv wie noch zu Jahresbeginn. Das zeigt die Infografik, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat. Sie stellt das sogenannte Arbeitsmarktbarometer dar, das das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) monatlich erstellt.

Seit Februar sinkt der Wert: Da stand das Arbeitsmarktbarometer noch bei 102,2 Punkten, inzwischen liegt der Indikator bei 99,6 Punkten. Damit lag er im Juni 0,9 Punkte unter dem Vormonat. Es ist der vierte Rückgang in Folge. Die Skala reicht von 90 (stark steigende Arbeitslosigkeit) bis 110 (stark sinkende Arbeitslosigkeit). Bei 100 Punkten stagniert die Arbeitslosigkeit.

Für das Arbeitsmarktbarometer befragt das IAB jeden Monat alle lokalen Arbeitsagenturen zur erwarteten Arbeitsmarktentwicklung in den nächsten drei Monaten. Der Indikator bezieht sich auf die saisonbereinigte Entwicklung der Arbeitslosigkeit, das IAB rechnet also die üblichen jahreszeitlichen Schwankungen heraus.

Zu Beginn des Jahres war die Entwicklung noch positiv. "Der Optimismus unter den Arbeitsagenturen ist vorerst verflogen, mittlerweile ist nur noch mit einer Stagnation bei der Arbeitslosigkeit zu rechnen", sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs Prognosen und Strukturanalysen.

Schwächeres Wachstum der Schwellenländer und die Krise in der Ukraine seien ein Grund für den negativen Trend. "Dem Arbeitsmarkt geht damit Schubkraft verloren", sagt Weber. Einen merklichen Anstieg der Arbeitslosenzahl werde es trotz eines Wertes unter der 100-Punkte-Marke nicht geben.