Entwicklungsminister Gerd Müller fordert Textil-Unternehmer und Verbraucher zum Umdenken auf. "Bei jedem Produkt, das ich kaufe, steht am Anfang der Kette ein Mensch", sagte Müller der ZEIT.

Es sei möglich, nachhaltig zu produzieren, "nun geht es darum, die Unternehmen in der Breite darauf zu verpflichten". Sollte sich die Branche bei einem runden Tisch im Ministerium nicht auf freiwillige Regeln einigen, werde es Gesetze geben, sagte Müller: "In der EU wird schon darüber nachgedacht."

Müller ist optimistisch, dass er durchaus auch Gegner überzeugen könne. Wenn er einem Bayern erkläre, dass seine Lederhose in Marokko gegerbt werde – "von 12-jährigen Kindern, die barfuß und ohne Handschuhe in der Chemiebrühe stehen, Dämpfe einatmen und 10 Jahre später sterben", dann wäre der entsetzt, ist sich Müller sicher. "Wir müssen die Kette transparent gestalten und dem Verbraucher die Möglichkeit geben, sich für Produkte mit fairen Produktionsbedingungen zu entscheiden."