In den Dax-Unternehmen sind Vorstände, die in der ehemaligen DDR geboren und aufgewachsen sind, einem Bericht zufolge auch 25 Jahre nach dem Mauerfall noch eine Seltenheit. Unter den 182 Dax-Vorständen sind die 130 Westdeutschen die größte Gruppe. Auch 17 Amerikaner und fünf Briten sind vertreten. In Ostdeutschland geboren und aufgewachsen seien jedoch gerade mal vier. Es leiten also genau so wenige gebürtige Ostdeutsche Dax-Unternehmen wie Inder, berichtete die Welt am Sonntag unter Berufung auf eine Erhebung der Personalberatung KornFerry.

Bei den vier Ausnahmen handele es sich um Kathrin Menges, Vorstand bei Henkel, Torsten Jeworrek von Munich-Re, Hauke Stars von der Deutschen Börse in Frankfurt und Eon-Vorstand Mike Winkel.

Dass bis heute so wenige Ostdeutsche in den Konzernspitzen vertreten seien, liege vor allem an der Ausbildung in der DDR, die die Menschen nicht für die Manager-Ebene qualifiziert habe, sagte Berit Bretthauer von KornFerry. "Leistung wurde im dortigen System nur teilweise belohnt, vieles war politisch." Vielen fehle es auch an "aggressiver Selbstvermarktung", sagte Bretthauer.

Auch Frauen in Aufsichtsräten bleiben selten

Auch in den Vorständen der 30 Dax-Unternehmen sind immer noch wenige Frauen vertreten. 2013 fiel der Frauenanteil dem Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge mit 6,3 Prozent um 1,5 Prozentpunkte geringer aus als im Vorjahr. Allerdings stieg er in den etwas weniger entscheidenden Aufsichtsräten um 2,5 Prozent auf knapp 22 Prozent.

Trotz des Rückgangs in den Chefetagen der DAX-30-Unternehmen seien Frauen in den Vorständen und Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen jedoch oftmals besser repräsentiert als im Durchschnitt der Top-200-Unternehmen, teilte das DIW mit.