Die Ratingagentur Fitch hat Argentinien als "eingeschränkten Zahlungsausfall" eingestuft, weil das Land wegen des Rechtsstreits mit US-Hedgefonds seine Staatsanleihen nicht mehr vollständig bedienen kann. Argentinien habe es bei einigen seiner Schuldtitel verpasst, rechtzeitig die Zinsen zu zahlen, teilte Fitch zur Begründung mit.

Das Land darf laut einem Gerichtsurteil einen Teil seiner Gläubiger nicht mehr auszahlen, solange 1,5 Milliarden Dollar an Altschulden bei den New Yorker Hedgefonds NML Capital und Aurelius nicht beglichen sind. Schulden bei anderen Investoren über rund 540 Millionen Dollar konnten deshalb zuletzt nicht bedient werden.

Argentiniens Verhandlungen um einen Kompromiss mit den Fonds waren zuvor gescheitert. Standard & Poor's, eine andere wichtige Ratingagentur, hatte das Land vor diesem Hintergrund bereits als "teilweisen Zahlungsausfall" eingestuft. Die Entscheidung der dritten großen Agentur Moody's steht noch aus.  

Der argentinische Wirtschaftsminister Axel Kicillof erklärte unterdessen, das Land sei zu weiteren Gesprächen mit seinen Gläubigern bereit. Seine Regierung sei nicht grundsätzlich gegen eine Einigung mit den privaten Anlegern, beteuerte der Minister. Die Voraussetzungen seien gegeben. Einzelheiten nannte er nicht. Kicillof bestritt zugleich, dass die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas zahlungsunfähig sei.

Präsidentin gibt Hedgefonds die Schuld

Die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner gab in einer Fernsehansprache den Hedgefonds die Schuld am Scheitern der Verhandlungen. "Wir leben in einer zutiefst ungerechten und zutiefst gewaltsamen Welt", sagte Kirchner. Die Tilgungsforderungen der Fonds seien ebenfalls Gewalt. Kirchner verglich die Forderungen mit "Raketen in einem Krieg", da "finanzielle Raketen ebenfalls töten". Sie forderte ihre Landsleute auf, ruhig zu bleiben. Argentinien werde alle Rechtsmittel ausschöpfen.