Die Verhandlungen zwischen Argentinien und zwei US-Hedgefonds müssen wieder aufgenommen werden. Das ordnete ein Bundesgericht in New York an. Richter Thomas Griesa wies zudem den Antrag der argentinischen Anwälte zurück, einen neuen Schlichter zu benennen. Die Regierung in Buenos Aires hatte dem gerichtlich bestellten Mediator Daniel Pollack vorgeworfen, inkompetent zu sein, nach dem die Gespräche mit den Hedgefonds NML Capital und Aurelius gescheitert waren.

Argentinien war daraufhin nicht in der Lage, internationalen Gläubigern Staatsschulden in Höhe von 539 Millionen Dollar zu zahlen. Griesa hatte nämlich zuvor angeordnet, dass Argentinien zunächst NML Capital und Aurelius insgesamt 1,3 Milliarden Dollar ausbezahlen muss, bevor es Forderungen weiterer Gläubiger begleichen darf.

Die Hedgefonds, die argentinische Schulden nach der Staatspleite Ende 2001 aufgekauft hatten, wollen einen Schuldenschnitt für das südamerikanische Land nicht mittragen. Sie verlangen den Nennwert der Staatsanleihen. Mit dieser Strategie könnten die Hedgefonds hohe Gewinne erzielen. Die argentinische Regierung nannte NML Capital und Aurelius "Geierfonds" und weigert sich, die geforderte Summe zu zahlen.

Die argentinische Präsidentin Christina Kirchner sagte in einer Fernsehansprache, die Forderungen der Hedgefonds seien wie Raketen im Krieg. "Finanzielle Raketen töten ebenfalls." Kirchner bestritt zudem, dass ihr Land zahlungsunfähig sei. Die 539 Millionen Dollar seien bereits im Juni auf ein Treuhandkonto der Bank of New York überwiesen worden. Die Bank habe das Geld aber eingefroren, um nicht gegen das Urteil des Bundesgerichts zu verstoßen.

Die Rating-Agenturen Standard & Poor's und Fitch stuften die Kreditwürdigkeit von Argentinien als teilweisen Zahlungsausfall ein. Das bedeutet, dass ein Schuldner eine Anleihe oder Kreditrate nicht fristgerecht zurückzahlt, aber andere Verpflichtungen weiter erfüllt.

Der internationale Derivateverband ISDA wertete die Situation des Landes ebenfalls als Zahlungsausfall. Diese Entscheidung führte dazu, das Geld an Investoren gezahlt wurde, die sich mit sogenannten Credit Default Swaps dagegen versichert hatten, dass ein Zahlungsausfall eintritt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, dass die Versicherungsleistungen insgesamt etwa eine Milliarde Dollar betragen würden.