Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist bereit, 100 Millionen Dollar zu zahlen, damit das Verfahren in München gegen ihn eingestellt wird. Der 83-Jährige habe persönlich mit der Staatsanwaltschaft einen Deal ausgehandelt, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Demnach soll der Schmiergeldprozess in der kommenden Woche eingestellt werden, wenn Ecclestone 100 Millionen Dollar zahlt.

Die Staatsanwaltschaft soll von dem Manager zunächst 100 Millionen Euro gefordert haben. Ecclestone sei  die Summe zu hoch gewesen. Daraufhin sei der Kompromiss ausgehandelt worden, aus Euro Dollar zu machen, berichtet die Süddeutsche Zeitung weiter. Ein dreistelliger Millionenbetrag sei der Staatsanwaltschaft aus optischen Gründen wichtig gewesen.

Entscheiden, ob der Deal stattfindet, wird die fünfte Strafkammer des Landgerichts München I, der Richter Peter Noll vorsitzt. Es gelte aber als sicher, dass das Gericht zustimme, heißt es in dem Bericht weiter.

Ein Indiz sei, dass die Strafkammer nach dem Treffen zwischen Ecclestone, dessen Verteidigern und der Staatsanwaltschaft die für die Verhandlung am kommenden Dienstag vorgesehenen Zeugen ausgeladen habe, berichtet die Zeitung weiter. Statt diese zu vernehmen, wolle das Gericht die Einigung verkünden und den Prozess nach Paragraf 153a Strafgesetzbuch beenden.

Die Staatsanwaltschaft hatte Ecclestone in dem Prozess vorgeworfen, dass er dem ehemaligen Vorstand der BayernLB, Gerhard Gribkowsky, beim Verkauf der Formel-1-Mehrheit aus dem Besitz der Landesbank vor acht Jahren 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld gezahlt habe. Ecclestone wies dies zurück und sagte, er habe sich von Gribkowsky bedroht gefühlt.