Die meisten Gentech-Pflanzen wachsen in Argentinien: Auf fast zwei Drittel der gesamten Ackerfläche des Landes ist gentechnisch verändertes Saatgut ausgebracht, wie unsere Infografik zeigt, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat. Für Argentinien bedeutete die Gentechnik lange ein gutes Geschäft: Gentechnisch verändertes Soja, in China heiß begehrt, brachte seinen Landwirten so viel Gewinn, dass der Soja-Anbau sogar die Weidewirtschaft verdrängte. Fleisch wurde knapp, doch das Land verdiente dringend benötigte Devisen. Die Zeiten sind inzwischen vorbei. Argentinien ist pleite. Die Gen-Saaten sind geblieben.

Direkt auf Argentinien folgt das Nachbarland Paraguay, traditionell stark landwirtschaftlich geprägt. Das kleine Paraguay gehört zu den größten Soja-Produzenten und -Exporteuren der Welt, gemeinsam mit viel größeren Staaten wie Argentinien, Brasilien, Indien und den USA. Sie alle finden sich auch in der Gensaat-Rangliste auf den vorderen Plätzen. Auch in Paraguay sind es vor allem große, stark mechanisierte Betriebe, häufig aus dem Ausland, die an dem Geschäft verdienen.   

Die Bevölkerung indes hat von den Gensaaten nicht unbedingt etwas. In Argentinien beispielsweise regt sich schon lange Protest gegen ein Wirtschaftsmodell, das so stark vom Export landwirtschaftlicher Erzeugnisse (sprich: Soja) abhängt. Die Kritik: Es erzeuge Abhängigkeit vom großen Agrobusiness, etwa von Konzernen wie Monsanto. Es zerstöre die Umwelt, weil für die Sojafelder Wälder abgeholzt würden und die Böden durch die Monokulturen auslaugten. Und es schade der Gesundheit der Anwohner, weil die Gensoja mit so viel Chemie behandelt würde. Erfolg hatten die Proteste bislang kaum. Zu groß ist der Profit, zu gering die Alternativen.