Die große Nachfrage nach Wohnungen in Ballungsräumen treibt den Wohnungsbau in Deutschland an. In der ersten Hälfte des laufendes Jahres wurde im Bundesgebiet der Bau von gut 118.700 Wohngebäuden genehmigt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das sind 7,3 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2013. Ein wichtiger Impuls bleibt der Mietwohnungsmarkt, wie die Infografik zeigt, die das Statistikportal Statista auf Basis der amtlichen Zahlen für ZEIT ONLINE erstellte.

Die Zahl der Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser stieg nämlich um fast 13 Prozent – dagegen gab es weniger genehmigte Bauten von Ein- und Zweifamilienhäusern. "Kommunale Wohnungsträger in Großstädten planen Bauprojekte, um der wachsenden Nachfrage nach Mietwohnungen nachzukommen", erläutert Andreas Geyer, der Chefvolkswirt des mittelständischen Bauverbands ZDB, die Zahlen. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern sei dagegen eine Stagnation zu beobachten, sagt Geyer. "Wer selbst bauen will, hat in den letzten Jahren sicher schon die finanziell günstigen Konditionen mitgenommen."

Schon seit Längerem sind Zinsen historisch niedrig. Der Leitzins im Euro-Raum liegt inzwischen bei 0,15 Prozent; das verbilligt zum einen Kredite und macht zum anderen Immobilien zu einem attraktiven Renditeobjekt, weil andere Geldanlagen kaum noch Zinsgewinne abwerfen.

ZDB-Ökonom Geyer rechnet allerdings damit, dass der Boom beim Wohnungsbau mittelfristig nachlassen wird. "Wir sind auf einem hohen Niveau, und es wird wohl nicht mehr weiter nach oben gehen." Der Bauindustrieverband dagegen sieht den Spielraum für den Wohnungsbau noch lange nicht ausgeschöpft: In diesem Jahr dürfte gerade so die Untergrenze der jährlich benötigten 250.000 bis 300.000 neuen Wohnungen in Deutschland erreicht werden.

Die Branche sieht aber die von der großen Koalition geplante Mietpreisbremse mit Sorge. Eine Deckelung des Mietzinses könnte Bauinvestoren abschrecken. Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, fordert, bei der Mietpreisbremse Neubauten auszunehmen.