Der Bauernverband hat den deutschen Handelsketten vorgeworfen, die Folgen des russischen Einfuhrverbots für europäische Lebensmittel für Preissenkungen zu missbrauchen. "Die aktuelle Verunsicherung der Märkte wird genutzt, um Einkaufspreise zu optimieren", sagte Verbandsgeschäftsführer Bernhard Krüsken der Neuen Osnabrücker Zeitung. Der Discounter Aldi hatte zu Wochenbeginn den Preis für 250 Gramm Butter von 99 auf 85 Cent gesenkt. Weitere Lebensmittelhändler wollten nachziehen.

Da europäische Anbieter nicht mehr in den Osten liefern könnten, wichen sie zunehmend auf den deutschen Markt aus, sagte Krüsken. Dies führe zu einem Überangebot und fallenden Preisen. Diese Entwicklung sei bei Obst, Gemüse und Milch zu spüren. Fleischerzeuger hätten schon länger Probleme, da Russland den Import von Schweine- und Rindfleisch bereits vor einigen Monaten untersagt hat. "Der Druck auf die Märkte ist erheblich. Das bekommen die Erzeuger direkt zu spüren", sagte Krüsken.

Krüsken appellierte an den Handel, die Bauern mit den negativen Folgen der russischen Sanktionen nicht allein zu lassen. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte zur Unterstützung der einheimischen Bauern dazu aufgerufen, deutsches Obst und Gemüse zu essen.