Der französische Energiekonzern Total hat in der Debatte um Sanktionen gegen Russland Strafmaßnahmen wegen der Krise in der Ukraine als falschen Weg bezeichnet. "Sanktionen sind ein Irrweg", sagte Total-Chef Christophe de Margerie der Süddeutschen Zeitung. "Wir dürfen uns nicht einreden lassen, Russland sei ein Feind - obwohl unsere Energieversorgung großteils von diesem Nachbarn abhängt", mahnte er. "Wenn die Amerikaner aus historischen Gründen oder aus innenpolitischen Motiven den Konflikt schüren wollen, ist das ihre Entscheidung. Wir Europäer müssen diese Krise anders lösen, ohne Schwarz-Weiß-Malerei", forderte er. Er persönlich glaube nicht, dass der russische Präsident Wladimir Putin plane, "sich die Ukraine einzuverleiben".

Total ist einer der wichtigsten ausländischen Investoren in Russland. Der Konzern unterhält eine Partnerschaft mit dem zweitgrößten russischen Gasförderer Novatek.

Die EU und die USA bereiten wegen der Ukraine-Krise neue Sanktionen gegen Russland vor. Bis Ende der Woche sollen die Schritte beschlossen werden.

Der CDU-Außenexperte Norbert Röttgen betonte die Notwendigkeit von Strafmaßnahmen. "Diese Krise lehrt uns, dass wir außenpolitische Interessen nicht hinter kurzfristige wirtschaftliche Erwägungen stellen dürfen, sondern wir müssen das langfristige Ziel der Stabilität verfolgen", schrieb er in einem Gastbeitrag für die Zeitung Rheinische Post.