3,8 Millionen Euro: Das ist die Summe, die Greenpeace International bei Währungsgeschäften verloren hat. Ein Mitarbeiter der Finanzabteilung in Amsterdam hatte bei Termingeschäften auf einen sinkenden Euro-Kurs gesetzt – der Kurs stieg aber. Die deutsche Sektion der Umweltschutzorganisation muss deshalb den Verlust Tausender Geldgeber verkraften. Von Mitte Juni bis Ende August hätten 7.328 Fördermitglieder gekündigt, sagte ein Sprecher.   

Häufig gibt es einen Zusammenhang zu dem Skandal: 2.446 Kündigungen seien explizit mit den missratenen Spekulationen begründet worden, hieß es. Da aber seit Mitte Juni zugleich 4.075 neue Fördermitglieder gewonnen worden seien, habe man unterm Strich nur 3.253 Mitglieder verloren.  

Nach Darstellung von Greenpeace hatte ein Mitarbeiter der Finanzabteilung eigenmächtig und unautorisiert eine Devisenabsicherung abgeschlossen. Eigentlich müssten solche Transaktionen von der Geschäftsführung genehmigt werden. Der Mitarbeiter wurde entlassen.  

Brigitte Behrens, Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland, hatte sich nach Bekanntwerden des Vorfalls bei den Spendern entschuldigt. Greenpeace habe nicht mit Spendengeld an der Börse spekuliert. Auch Kommunikationschef Michael Pauli sagte, das verlustreiche Termingeschäft sei ein ganz normales Bankgeschäft gewesen. 

Greenpeace International mit Sitz in Amsterdam regelt den Zahlungsverkehr zwischen den 40 nationalen und regionalen Büros der Umweltorganisation. Länderbüros wie Deutschland überweisen ihren Beitrag, von dort werden die Mittel an kleinere Büros weitergegeben. Das Jahresbudget von Greenpeace International beträgt derzeit 82 Millionen Euro. In Deutschland hat Greenpeace etwa 590.000 Förderer.