Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) haben laut Anwar Muslim, dem Chef der selbst ernannten Regionalregierung, am östlichen Rand der umkämpften syrischen Stadt Kobani (arabisch: Ain al-Arab) ihre charakteristische schwarze Flagge gehisst: in einem alleinstehenden Gehöft etwa einen Kilometer von der Stadt entfernt und nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP auf einem benachbarten Hügel. Ein Vordringen der Dschihadisten in die Stadt selbst haben kurdische Kämpfer bisher nicht bestätigt.

Kobani ist seit Tagen Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen IS-Milizionären und kurdischen Peschmerga. Bereits in der Nacht zum Montag hatten IS-Kämpfern versucht, die Stadt von Osten und Westen aus zu stürmen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Den materiell unterlegenen kurdischen Verteidigern sei es gelungen, den Ansturm abzuwehren. Unterstützung erhielten sie dabei durch Luftangriffe der internationalen Allianz gegen die IS-Kämpfer. Die kurdische Einheit YPK erklärte, bei Gefechten rund um Kobani habe es mindestens 89 Tote gegeben.

Die Kämpfe gingen am Montag weiter. Auf der türkischen Seite der Grenze schlug ein Geschoss ein und beschädigte einen Lebensmittelladen, ohne jemanden zu verletzten. Auch auf dem südlich von Kobani gelegenen Mischanur-Hügel gibt es schwere Gefechte. Der Hügel ist eine strategisch wichtige Erhebung, von der sich die kurdische Enklave überblicken lässt. Die IS-Miliz versucht seit Tagen den Hügel einzunehmen.

Die IS-Dschihadisten hatten vor knapp drei Wochen mehr als 300 Dörfer im Umland von Kobani eingenommen, mehr als 160.000 vor allem kurdische Syrer flüchteten nach Angaben der türkischen Regierung in die Türkei. Die YPG hat seither rund 5.000 Kämpfer in der Stadt zusammengezogen, um sie gegen die Dschihadisten zu halten.