Beim Softwarekonzern Oracle endet eine Ära: Gründer Larry Ellison gibt die Führung des Unternehmens nach 37 Jahren ab. Der 70-Jährige werde Vorstand des Verwaltungsrats und zugleich als Technikchef im operativen Geschäft bleiben, teilte Oracle mit. Ellison war bisher der einzige Chef von Oracle seit der Gründung von 1977. Mit spektakulären Zukäufen und aggressivem Auftreten am Markt, war Ellison einer der bekanntesten Firmenchefs der USA geworden.

Die bisherigen Stellvertreter Mark Hurd und Safra Catz sollen Ellison als Doppelspitze ersetzen. Hurd soll sich um Verkauf, Marketing und Strategie kümmern. Catz bleibt zuständig für Finanzen und übernimmt die Bereiche Recht und Produktion. Analysten zeigten sich vom Zeitpunkt des Führungswechsels überrascht. Das werfe einige Fragen auf, sagte Daniel Ives von FBR Capital Markets.  

Ellison will sich ungeachtet des Rückzugs von der Spitze weiter in Vollzeit der Firma widmen. "Wir drei arbeiten seit mehreren Jahren gut zusammen", sagte er. Dies solle auf absehbare Zeit so bleiben. Ellison hatte das Wachstum von Oracle mit vielen zum Teil milliardenschweren Übernahmen vorangetrieben.

Zeitgleich mit dem Wechsel gab Oracle seine Quartalszahlen bekannt, die schwächer als erwartet ausfielen. Für das abgelaufene Quartal wies Oracle im Jahresvergleich einen Umsatzanstieg von drei Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar aus. Analysten hatten knapp 200 Millionen Dollar mehr erwartet. Der Gewinn stagnierte bei knapp 2,2 Milliarden Dollar.