Die organisierte Kriminalität erwirtschaftet laut einer Studie europaweit jährlich Milliardenbeträge. Die Gewinne reinvestieren die Kriminellen zum Teil in die legale Wirtschaft. Das geht aus einer EU-weiten Untersuchung der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen in Mailand hervor. Die Umsätze aus kriminellen Geschäften insgesamt schätzen die Fachleute auf etwa 100 Milliarden Euro.

Europaweit investiere die organisierte Kriminalität vor allem in die Baubranche, das Logistikgewerbe, den Lebensmittelhandel sowie Bars und Restaurants. In Deutschland gebe es auch Nachweise für Geschäfte in der Immobilienbranche und im Sicherheitsgewerbe.

Zu den vielfältigen Geschäften von Verbrecherbanden in der organisierten Kriminalität gehören Schmuggel, Schutzgelderpressung, Drogen-, Waffen- und Menschenhandel ebenso wie Wirtschaftskriminalität, Cybercrime und Förderung der Prostitution. 

Nach einer Definition der Justiz- und Innenminister sind die Banden gewerblich oder geschäftsähnlich strukturiert. Sie versuchen häufig, Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Verwaltung zu nehmen – oft mit Gewalt oder Gewaltdrohungen. Abtrünnige, unliebsame Zeugen oder Konkurrenten werden erpresst und manchmal auch ermordet, um sie zum Schweigen zu bringen. 

Für 2012 bezifferte das Bundeskriminalamt allein den materiellen Schaden durch die organisierte Kriminalität in Deutschland auf 1,1 Milliarden Euro.