Die USA kehren ab 2017 zur bemannten Raumfahrt zurück. Die amerikanischen Firmen Boeing und SpaceX seien damit beauftragt worden, Transporter für Astronauten zu entwickeln, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Damit will die Nasa ab 2017 Astronauten wieder selbst zur Internationalen Raumstation bringen und so die Abhängigkeit von russischen Sojus-Kapseln beenden. Es werde das "aufregendste und ehrgeizigste Kapitel in der Geschichte der Nasa und der bemannten Raumfahrt", kündigte Nasa-Direktor Charles Bolden an.

Der Vertrag mit Boeing und SpaceX hat ein Gesamtvolumen von 6,8 Milliarden Dollar (etwa 5,2 Milliarden Euro) – davon 4,2 Milliarden für den Flugzeughersteller Boeing und 2,6 Milliarden für die erst 2002 gegründete Raumfahrt-Firma SpaceX. Beide Unternehmen, mit denen die Nasa auch derzeit schon zusammenarbeitet, sind zunächst für zwei bis sechs Flüge beauftragt.

An den Transportern arbeiten die Unternehmen bereits. Der von Boeing nennt sich CST-100, der von SpaceX Dragon. Vom Design her gleichen sie eher den Kapseln der Apollo-Missionen der sechziger und siebziger Jahre als den Space Shuttles der achtziger und neunziger Jahre. Die Shuttle-Flotte hatte die Nasa 2011 vor allem aus Kostengründen ausgemustert.

Seitdem sind die USA auf die Mitnahme ihrer Astronauten in russischen Sojus-Kapseln angewiesen, um zur ISS zu gelangen. Pro Reise zahlt die Nasa dafür allerdings umgerechnet rund 50 Millionen Euro – was bei der Behörde mittlerweile Ärger auslöst. Vor allem seitdem die Nasa angesichts der Ukraine-Politik Russlands einen Teil ihrer Zusammenarbeit mit der Regierung in Moskau demonstrativ gestoppt hat, ist die Atmosphäre angespannt.