US-Großbanken brauchen künftig größere Liquiditätspolster. Die Finanzaufseher fordern von den Instituten eine Notvorsorge an als sicher geltenden Wertanlagen, die kurzfristig flüssig gemacht werden können. Das beschlossen die US-Notenbank Fed und Aufsichtsbehörden wie die FDIC in Washington.

Der einzurichtende Schutzwall an hochwertigen Anlagen wie Zentralbankreserven oder Staatsanleihen soll sicherstellen, dass sich die Geldhäuser mindestens über eine 30-tägige Stressperiode liquide halten können. So soll künftig die Staatskasse verschont und zugleich verhindert werden, dass Liquiditätslücken zu Finanzkrisen führen.

In der Finanzkrise 2008, als der Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers die Weltwirtschaft erschütterte, war das Misstrauen der Banken untereinander so hoch, dass die kurzfristigen Kreditmärkte komplett einfroren. Wenn sich die Akteure am Geldmarkt keine Mittel mehr leihen, droht akute Pleitegefahr. Es spielt dann keine große Rolle mehr, wie viele langfristige Vermögenswerte die Institute haben. Denn diese Anlagen können häufig nicht schnell genug liquidiert werden, um fällige Rechnungen zu begleichen. Weil die Großbanken über die internationalen Finanzmärkte so stark miteinander verflochten sind, kann ein Geldhaus leicht andere mit in den Abgrund reißen.

Um in Zukunft zu verhindern, dass Banken mit Steuergeldern gerettet werden müssen, setzt die Regierung von Barack Obama auf verschärfte Regulierungen für den Finanzmarkt. Alleine die nun beschlossenen Vorschriften zur Liquiditätsvorsorge bringen es auf 400 Seiten. Die noch komplexere Dodd-Frank-Gesetzesreform hat fast 1.000 Seiten. Allerdings hat die Bankenlobby die nun nach und nach beschlossenen Regeln über Jahre zu entschärfen versucht. Viele Experten bezweifeln daher die Wirksamkeit vieler dieser Vorschriften.