Deutschland bezuschusst jeden Dienstwagen mit im Schnitt 2.426 Euro. Nur in Portugal und Belgien unterstützt der Staat durch Steuernachlässe ein Dienstfahrzeug noch stärker, wie die Infografik zeigt, die das Portal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat. Die Grafik beruht auf Daten des Industrieländer-Clubs OECD.

Die Organisation hält die Subventionierung von Dienstwagen für falsch. Ihr Argument: Die Regierungen schafften so Anreize, dass Menschen noch mehr Auto fahren, als sie es ohnehin schon privat täten. Sie beruft sich dabei auf Studien aus den Niederlanden, wonach Besitzer von Firmenwagen weitaus längere Strecken fahren als Privatleute. Dienstwagenbesitzer nutzen danach ihr Fahrzeug bis zu drei Mal so oft. Die Beihilfen trügen damit zu höheren CO2-Emissionen, verstärkter Luftverschmutzung und mehr Staus bei, kritisieren die OECD-Forscher.

"Die heutigen Kosten des Autofahrens spiegeln nicht angemessen die Folgen für die Umwelt und die Gesellschaft wider", sagt der zuständige OECD-Direktor Simon Upton. Der Transportsektor sei etwa in den meisten OECD-Staaten für rund ein Viertel der CO2-Emissionen verantwortlich. Regierungen sollten deshalb Steuernachlässe auf Dieselsprit und bei Firmenwagen stoppen.

In Deutschland fordern Umweltverbände schon lange, das Firmenwagenprivileg abzuschaffen. Die Kritik entzündet sich nicht am dienstlich notwendigen Fuhrpark etwa eines Altenpflegedienstes, sondern bezieht sich auf Fahrzeuge, die Angestellte auch privat nutzen dürfen. Wie die Statistik des Kraftfahrtbundesamtes zeigt, sind die meisten neu zugelassenen Autos Firmenwagen – nur ein gutes Drittel der Neuzulassungen kommt von privater Hand.

Als Dienstwagen schaffen Unternehmen gerne Oberklassefahrzeuge von BMW, Audi und Mercedes an. Mit der steuerlichen Förderung unterstützt die Bundesregierung also auch den Absatz der deutschen Premiumhersteller.

Der Dieselmotor gilt bei den Firmenwagen als bevorzugter Antrieb: Im Jahr 2012 waren 57 Prozent der neuen Firmenwagen Autos mit Dieselantrieb. Unter Privatwagen lag der Dieselmotor-Anteil dagegen bei nur bei 34 Prozent. Diesel gilt vor allem wegen der Feinstaubpartikel und einer erhöhten Stickoxid-Emission als problematischer Kraftstoff. Autohersteller setzen aber inzwischen auf Partikelfilter sowie einer Spezialflüssigkeit auf Harnstoffbasis, welche Stickoxide in harmloses Stickstoff und Wasser umwandelt.