Die Deutsche Bank hatte bereits im Jahr 2010 einen Rettungsplan für Griechenland, der allerdings nie umgesetzt wurde. Das sagte der frühere Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann der griechischen Zeitung To Vima. "Angesichts der damals anstehenden Landtagswahl wollte die Regierung in Berlin nicht mitmachen", sagte Ackermann. Im Mai 2010 wurde in Nordrhein-Westfalen gewählt, die CDU verlor trotzdem.

"Der Plan sah vor, Griechenland wertvolle Zeit zu verschaffen und die Haushaltskrise abzumildern, nicht aber zu lösen", sagte Ackermann weiter. Für die Umsetzung hätten sich die deutsche und französische Regierung beteiligen müssen. Weitere Einzelheiten aus dem damaligen Plan nannte Ackermann in dem Interview allerdings nicht. Die Deutsche Bank wollte auf Nachfrage die Äußerungen ihres früheren Vorstandsvorsitzenden nicht kommentieren.

Als Grund, warum der Vorschlag der Deutschen Bank damals abgelehnt worden war, mutmaßt Ackermann, die Bankenrettung auf Kosten der Steuerzahler sei den Bürgern damals noch "schmerzlich in Erinnerung" gewesen. Das sei wohl einer der Gründe für die Ablehnung gewesen. In Athener Regierungskreisen wurde dieses Programm "Ackermann-Plan" genannt. Der damalige Vorstandschef soll ihn dem griechischen Ministerpräsident Giorgos Papandreou im Februar 2010 in Athen vorgestellt haben.

Deutschland war nicht vorbereitet

In der akuten Phase der Euro-Krise wurde international kritisiert, dass Kanzlerin Angela Merkel nur sehr zögerlich gehandelt habe und deshalb die Situation erst eskaliert sei. Anfangs war geplant, nur die Euro-Länder und die Europäische Zentralbank in einen Rettungsplan einzubeziehen. Später entschieden die Euro-Länder, den Internationalen Währungsfonds an den Hilfen zu beteiligen. Griechenland erhielt daraufhin Kredite in Milliardenhöhe und musste sich gleichzeitig zu harten Sparmaßnahmen verpflichten.

"Die Euro-Zone war damals einfach nicht vorbereitet auf eine solche Krise", sagte Ackermann weiter. Die nötigen Instrumente zur Bekämpfung habe es schlichtweg noch nicht gegeben. Auch Deutschland sei eher durch einen Zufall der Geschichte zu seiner Rolle als zentrale Führungskraft in der Krise gekommen, weil das Land zu diesem Zeitpunkt wirtschaftlich in Europa am besten dastand.

Das Bundesfinanzministerium bestätigte indirekt, das der Vorschlag der Deutschen Bank bekannt war. "Nach einer krisenhaften Zuspitzung der Lage in Griechenland  im Herbst 2009 und Anfang 2010 haben die Mitgliedstaaten der Euro-Zone und als solches auch die Bundesregierung an sie herangetragene Vorschläge – auch von Gläubigerseite – in ihre Überlegungen einbezogen."