Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) setzen in Berlin ihre Tarifverhandlungen fort. Beide Seiten wollen über das neueste Angebot des Konzerns verhandeln, das außer den Lokführern auch eine Zuständigkeit der GDL für die Zugbegleiter umfasst. 

Die Einkommen sollen demnach bis Ende 2016 in drei Stufen um insgesamt fünf Prozent steigen. Das bedeutet nach Rechnung der GDL eine Jahreserhöhung von zwei Prozent. Die Gewerkschaft hatte fünf Prozent für zwölf Monate gefordert, zeigt sich an diesem Punkt aber kompromissbereit.

Die Bahn hat der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vor einer Woche das gleiche Angebot für alle Mitarbeitergruppen unterbreitet. Noch nicht gelöst ist der grundsätzliche Konflikt um die Forderung der GDL, für alle Berufsgruppen des Zugpersonals eigenständige Tarifverträge aushandeln zu dürfen. 

Bahn und EVG sind gegen unterschiedliche Tarifverträge für ein und dieselbe Gruppe. Die GDL hält hier eine Lösung für die Zugbegleiter für möglich. Die Gewerkschaft würde für ihre Mitglieder bei den Zugbegleitern Tarifverträge akzeptieren, die den gleichen Inhalt wie die der konkurrierenden Bahngewerkschaft EVG haben, sagte GDL-Chef Claus Weselsky dem Radiosender hr-Info

Die EVG hatte Streiks bis zu ihrem nächsten Verhandlungstermin am 12. Dezember ausgeschlossen. Die GDL-Mitglieder haben bereits sechsmal gestreikt. Die Lokführergewerkschaft sagte lediglich zu, für Weihnachten nicht zu Arbeitsniederlegungen aufzurufen.

Weselsky bekräftigte vor den Gesprächen die Kampfbereitschaft der GDL. "Wir haben bewiesen, dass wir uns durchsetzen können. Ich will nicht erleben, dass wir eine verbohrte Verweigerungshaltung des Managements aufbrechen müssen", sagte er.