Wohin mit dem Geld? Die Deutschen investieren es in Wohneigentum und die niedrigen Zinsen heizen die Entwicklung noch zusätzlich an. Wie stark dadurch die Preise für Eigentumswohnungen in diesem Jahr gestiegen sind, zeigen die Zahlen des Immobilienverbands IVD, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE aufbereitet hat.

Vor allem in München sind die Quadratmeterpreise kräftig gestiegen: 3.600 Euro müssen die Münchner inzwischen für eine Eigentumswohnung zahlen – doppelt so viel wie in Köln. Der Anstieg betrug im Vergleich zum Vorjahr 14,29 Prozent: So viel wie in keiner anderen deutschen Großstadt. Auch Stuttgart und Hamburg verzeichnen überdurchschnittlich hohe Preissteigerungen.

Speziell ist die Lage in Deutschlands Hauptstadt. Wer in Berlin eine Wohnung kauft, zahlt im Schnitt 1.750 Euro – rund 100 Euro weniger als der Bundesdurchschnitt. Mit einem Plus von 12,9 Prozent sind die Quadratmeterpreise allerdings überdurchschnittlich stark angestiegen. "Immer mehr Menschen wollen sich mit dem Kauf der eigenen vier Wände von der Entwicklung der Mieten unabhängig machen und nutzen das derzeit niedrige Zinsniveau zum Wohnungskauf", sagt IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick. Das treibt, ebenso wie der Zuzug in die Großstädte, die Kaufpreise.

Auch wenn sich gerade in München Bürger mit einem Durchschnittseinkommen kaum noch eine Wohnung leisten können: Das Bild relativiert sich, wenn man zwei Jahrzehnte zurückschaut. Das durchschnittliche Preisniveau für Eigentumswohnungen liege noch immer zehn Prozent niedriger als vor 20 Jahren, sagt Schick. Nach dem Immobilienboom der 1990er Jahre seien die Preise für Wohneigentum überproportional zurückgegangen. Erst seit 2010 würden die Preise wieder anziehen.  

Die Mietentwicklung hat sich dagegen in Deutschland spürbar verlangsamt. Im Durchschnitt koste eine Wohnung mit mittlerem Wohnwert – die nach 1949 entstand – derzeit 5,78 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter. Das seien 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr, erklärte IVD. Im vergangenen Jahr hatte der Preisanstieg noch bei über drei Prozent gelegen. In vielen Großstädten wie Düsseldorf, Frankfurt und Dresden sowie Bonn und Wiesbaden seien die Mieten gar nicht gestiegen.