Justizminister Heiko Maas hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Kunden vor teuren Dispokrediten schützen und den Verbraucherschutz im Bereich der Immobilienfinanzierung verbessern soll. Banken und Sparkassen sollen künftig gesetzlich verpflichtet sein, die Dispo-Zinssätze auf ihrer Homepage zu veröffentlichen, wie der Tagesspiegel unter Berufung auf den Referentenentwurf berichtet.

Ziel ist es, die teils hohen Belastungen aus Dispozinsen durch eine bessere Vergleichbarkeit einzelner Bankangebote zu verringern. "Viele Dispo-Nutzer wissen gar nicht, dass es preisgünstigere Alternativen gibt", sagte Maas.

Zudem will der Minister Kreditinstitute per Gesetz zwingen, Kunden über Alternativen zum Dispo zu informieren, wenn diese den Dispo länger als drei Monate in Anspruch nehmen oder das Konto mit einem Betrag überziehen, der den durchschnittlichen monatlichen Geldeingang übersteigt. Beim Kurznachrichtendienst Twitter bestätigte Maas, man wolle die Verbraucher besser vor zu hohen Dispozinsen schützen. Das Gesetzesvorhaben hatte er bereits Ende September angekündigt.

Hohe Dispozinsen sind Verbraucherschützern seit Langem ein Dorn im Auge. So hatte eine Untersuchung der Stiftung Warentest vom September ergeben, dass deutsche Banken teils enorme Zinsen von bis zu 14,25 Prozent verlangen. Eine Umfrage von ZEIT ONLINE unter mehreren Tausend Lesern hatte im Sommer vergangenen Jahres zudem gezeigt, dass kleine Banken oft besonders hohe Dispozinsen erheben.

Bessere Beratung bei Baufinanzierung

Bei Baukrediten sollen die Verbraucher künftig vor Vertragsschluss ein Merkblatt mit allen relevanten Kreditinformationen erhalten. Um zu verhindern, dass Kredite platzen, sollen Banken und andere Darlehensgeber gezwungen werden, vor der Kreditvergabe die Kreditwürdigkeit des Kunden zu überprüfen. Zudem sollen Standards für die Baufinanzierungsberatung eingeführt werden, heißt es demnach in dem Entwurf.

Kreditinstitute sollen gesetzlich verpflichtet werden, sich schon vor der Beratung umfassend über die finanzielle Situation des Kunden und dessen Interessen zu informieren. Die Empfehlung, welcher Kredit nach Meinung der Bank der richtige ist, soll zu Beweiszwecken dokumentiert werden. Die Dokumentation soll dem Kunden ausgehändigt werden. Das soll auch in den Fällen gelten, in denen der Berater zu dem Schluss kommt, dass er nichts empfehlen kann und das Geschäft daher nicht zustande kommt.