Die russische Zentralbank hat die Großbank Trust wegen der Rubel-Krise unter Aufsicht gestellt und gibt ihr einen staatlichen Hilfskredit von bis zu 30 Milliarden Rubel (430 Millionen Euro). Die Agentur für Einlagensicherung werde zudem die Aufsicht über das angeschlagene Institut übernehmen. Diese Maßnahmen "werden es Trust ermöglichen, den Zahlungsverkehr nahtlos fortzusetzen", hieß es.

Trust ist gemessen an den Einlagen der Kunden laut dem Portal banki.ru die Nummer 15 im Land. Für sie wirbt auch der Hollywood-Schauspieler Bruce Willis.

Wegen der westlichen Sanktionen gegen Russland und des Ölpreisverfalls hat der Rubel in diesem Jahr rund 45 Prozent seines Wertes gegenüber dem Dollar verloren. Der starke Kursverfall des Rubels hat die Banken des Landes stark unter Druck gesetzt. Der Zinssatz, zu dem Banken sich untereinander Geld leihen, ist in den vergangenen Tagen stark gestiegen – ein Anzeichen für Nervosität und mangelnde Liquidität. Die Regierung soll die Banken deshalb mit bis zu einer Billion Rubel (knapp 15 Milliarden Euro) stützen, hatte das Parlament am Freitag beschlossen.

Die Zentralbank kündigte an, einen Investor für Trust zu suchen. Das könnte eine der größeren Banken des Landes sein.

Vorbereitet worden war der Schritt von der für die Einlagensicherung zuständigen Aufsichtsbehörde. Diese teilte mit, die Bank habe eine "vorübergehende Geschäftsführung" eingesetzt. Gesucht werde nun ein Investor, und zwar eine große russische Bank, die Trust übernehmen soll.

Der russische Staat hat dieses Jahr bereits mehreren Banken unter die Arme gegriffen, die wegen der Sanktionen im Zuge des Ukraine-Konflikts von den westlichen Kreditmärkten abgeschnitten sind. Zu den bisherigen Empfängern der Staatshilfen gehörte unter anderem die Großbank VTB. Die Regierung plant, die Branche mit Hilfen in Höhe von insgesamt einer Billion Rubel (knapp 15 Milliarden Euro) zu stützen.