Den deutschen Bauern steht unter anderem wegen der Krise in der Ukraine ein schlechtes Wirtschaftsjahr bevor. Es werde zweistellige Gewinnrückgänge in nahezu allen Sparten geben, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied in Berlin. Das laufende Wirtschaftsjahr endet im Juni 2015.

Eine dreijährige Phase stabiler Erlöse und Einkommen in der Landwirtschaft werde damit zu Ende gehen, sagte Rukwied. Der russische Importstopp hat demnach dazu geführt, dass zusätzliche Agrarprodukte von EU-Partnern auf den deutschen Markt kommen und die ohnehin sinkenden Preise zum Teil einbrechen lassen. "So etwas bringt den Markt zum Kollabieren, und das haben wir im Prinzip jetzt auch", sagte der Bauernpräsident.

Als Beispiel nannte er den deutschen Apfelmarkt. Auf ihm seien riesige Mengen von Äpfeln aus Polen, die eigentlich für Russland bestimmt gewesen seien, gelandet. "Das hat massive Auswirkungen." Der Erzeugerpreis für ein Kilogramm Äpfel sei von 60 auf 20 Cent gefallen. Ähnlich sehe die Lage beim Fleisch aus, wo ebenso wie in fast allen Bereichen die Preise sinken würden. 

Schlecht für Bauern, gut für Verbraucher

Während sich das bei den Bauern in massiven Einbußen äußert, profitieren die Verbraucher von stabilen oder leicht fallenden Preisen.

Russland hatte Anfang August als Reaktion auf westliche Wirtschaftssanktionen einen Stopp von Agrarimporten aus Europa verhängt. Als Folge der Sanktionen sind auch wichtige Teile der deutschen Güterwirtschaft und des Handels unter Druck geraten.

Für betroffene Bauern soll es zusätzliche Hilfen der Europäischen Union geben. Das Geld soll nicht, wie zunächst vorgeschlagen, aus der sogenannten Krisenreserve des EU-Agrarhaushalts kommen. Die Landwirte hatten sich im Streit mit der Europäischen Kommission durchgesetzt. Mit der Extra-Hilfe sollen die Preise gestützt werden.