Die beiden größten chinesischen Zughersteller haben sich zusammengeschlossen, um auf dem Weltmarkt gemeinsam gegen Rivalen wie Siemens und Bombardier anzutreten. Nach der Verkündung der Mega-Fusion zwischen China CNR und CSR verzeichneten die Aktien beider Unternehmen deutliche Kursgewinne. Beide hatten zuletzt einen Marktwert von umgerechnet rund 21 Milliarden Euro.

Das neugeschaffene Bahnunternehmen hat rund 170.000 Beschäftigte. Laut Bloomberg hatten die Unternehmen zusammengerechnet einen Jahresumsatz von umgerechnet 30 Milliarden Euro. Schon die Einzelunternehmen waren nach Umsatz die mit Abstand größten Zughersteller der Welt. Die Konkurrenten Bombardier, Alstom und Siemens kommen mit ihren Bahnsparten jeweils auf einen Umsatz von fünf bis sechs Milliarden Euro, berichtet die Welt.

Die staatliche chinesische Bahnindustrie war erst im Jahr 2000 in die zwei Hersteller im Norden und Süden, China North (CNR) und China South Locomotive and Rolling Stock Corporation (CSR), aufgeteilt worden, um den Wettbewerb zu fördern. Die Zugbauer waren damals Kooperationen mit ausländischen Herstellern wie Siemens, Bombardier, Alstom und japanischen Shinkansen-Produzenten eingegangen, um Hochgeschwindigkeitszüge zu entwickeln.    

Ruinöse Preiskämpfe

Mit dem Aufbau des größten Hochgeschwindigkeitsnetzes der Welt in China haben die beiden Hersteller inzwischen auch eigene Züge entwickelt, mit denen sie heute Siemens und anderen Konkurrenz machen. Außer Hochgeschwindigkeitsbahnen produzieren beide auch 80 Prozent der Frachtzüge und die meisten U-Bahnen in China. Beide Zughersteller zählen zu den größten Staatsunternehmen des Landes.  

Da Chinas Bahnmarkt in Zukunft nicht mehr so rasant wachsen wird und die Kapazitäten groß sind, müssen sich beide Hersteller verstärkt auf dem Weltmarkt umschauen. Beide haben sich bei Ausschreibungen im Ausland aber wiederholt einen ruinösen Preiskrieg geliefert.